Der kleine Ort Wieda ist ein Superlativ: Auf rund 4,4 Kilometern Länge schlängelt er sich durch das Tal und gehört somit zu den längsten zusammenhängenden Orten in Norddeutschland. Bei Wieda erhebt sich ebenso der höchste Berg des Südharzes, der Stöberhai mit 720 Metern Höhe.
Beim Spaziergang durch den Ort wird es sportlich, denn das Straßendorf liegt auf Höhen zwischen 340 bis 460 Meter. Neben diesen amüsanten Zahlenspielen bietet Wieda vor allem eines: grüne Natur, blühende Bergwiesen und duftende Misch- und Laubwälder – ein wahres Urlaubsidyll.
Wieda wurde erstmals 1243 erwähnt als Besitz des Zisterzienserklosters. Dabei handelte es sich zunächst um Flächen mit Bergwiesen, Bachlauf und einfachen Unterkünften oder Nachtlagern für die Mönche, die dieses Land bewirtschafteten. Der Ort Wieda selbst entstand erst im 16. Jahrhundert als klassische Siedlung.
Neben Landwirtschaft wurden alsbald auch Bergbau im Kastental und die Verhüttung der geförderten Erze in Wieda betrieben, was auch die Produktion von Holzkohle entwickelte. Übrigens, im Jahr 1875 wurde aus der Eisenschmelzhütte die Wiedaer Hütte AG, die sich einen Namen als Ofenhersteller machte und bis 1972 produzierte.
Doch vorher, im 17. Jahrhundert, sorgte ein weiterer Wirtschaftszweig für Leben und Arbeit: das Glashüttenwesen. Wiedas Spezialität: Ein farbiges Glas, das auf Grund seiner Vielfalt und Qualität große Beachtung über die Grenzen der Region hinaus fand.
Die spannende Entwicklungsgeschichte finden Sie anschaulich dargestellt im Glas- und Hüttenmuseum in Wieda.
Wie funktioniert Bienenzucht, welche Pflanzen sind Bienenfreunde, wie ernten Imker den Honig? Die Antworten darauf finden Sie auf dem 2017 erbauten Bienenpfad, der ganz den wichtigsten Helfern der Landwirtschaft gewidmet ist. Unterwegs laden Tische und Bänke zum Picknick im Grünen ein. Genießen Sie den Ausblick, die Weite und die schönen Momente mit Familie und Freunden in der Natur.
Der Bienenpfad lohnt sich gleich doppelt, denn er führt über den Käseberg am Glockenturm vorbei. Nicht wundern, die dazugehörige Kirche befindet sich unterhalb im Dorf. Eine Besonderheit, die den weithin sichtbaren gelben Turm zum Wahrzeichen Wiedas erhebt.
Spannendes Zusatzwissen: Das Gebiet um den Glockenturm, Ruhm genannt, war einst der Weinberg der Walkenrieder Mönche. Die erste Kirche wurde 1607 erbaut, da der bis dahin genutzte Andachtsraum aufgrund der vielen neu angesiedelten Glasmacher nicht mehr ausreichte.
Wieda ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbike-Touren. Hier starten viele schöne Routen durch die Harzer Höhen wie der Südharz-Eisenbahn-Rad- und Wanderweg. Dieser führt gleichzeitig durch die wechselhafte Geschichte der Region.
Passend dazu begleitet Sie häufig das Glockengeläut der traditionellen Harzer Rinder, das „Harzer Rotes Höhenvieh”. Wer es zu Fuß etwas sportlicher mag, der durchstreift die Natur um Wieda über die Nordic-Walking-Strecken.
Am Ende treffen sich alle Natur- und Tierliebhaber im Restaurant im ehemaligen Bahnhof Stöberhai. Hier werden nicht nur hungrige Entdecker verköstigt, auch die wilden Bewohner des Waldes erhalten zur Dämmerung ihre tägliche Ration. Freuen Sie sich auf Wildschweine, Füchse, Rehe – und mit viel Glück schauen auch die Könige des Waldes, die Rothirsche, vorbei.
Tipp: Nutzen Sie HATIX für kostenlose Fahrten mit den Harzer Linienbussen.
IM HERBST | Auch beim Feiern ist Wieda ein Superlativ: Mit „Spelle varn Schwelle“ findet eines der ältesten und größten traditionellen Harzer Feste im Ort statt. Der Name bedeutet „Gespäch vor der Haustür“ und beschreibt bildlich den früheren abendlichen Plausch unter Nachbarn. Passend dazu wird die traditionelle Harzer Spezialität „Kniester“ gereicht – frische Wurst, serviert mit ungeschälten, mit und ohne Kümmel gewürzten Röstkartoffeln. Zahlreiche Kunsthandwerker und Musiker runden das gesellige Fest ab.
DEZEMBER | Jedes Jahr zur Adventszeit verwandelt sich Wieda in ein stimmungsvoll leuchtendes Krippendorf. Bestaunen Sie lebensgroße Krippenstationen, ein langes Spalier von Weihnachtsbäumen und zahlreiche Lichtinstallationen. Wieda ist der ideale Ort, um dem städtischen Weihnachtstrubel zu entgehen. An allen vier Adventswochenenden sorgen Konzerte, Lesungen und andere Veranstaltungen für eine besinnliche Stimmung. Mit einem Kurztrip nach Wieda läuten Sie die Weihnachtszeit ganz entspannt ein!
Der Klosterort Walkenried ist bekannt für sein Zisterzienserkloster und UNESCO Weltkulturerbe, welches jährlich zahlreiche, kulturinteressierte Besucher anzieht. Eingebettet in die Harzer Wälder bietet Walkenried Freizeitspaß für Groß und Klein.
Atmen Sie tief durch im Luftkurort Zorge: klare Waldluft, bergige Landschaft und dichte Wälder sind wie gemacht für entspannende Auszeiten in der Natur. Im Sommer satt grün, im Winter glitzernd weiß – Zorge ist zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.